Ein laufendes eingeblendetes TV-Bild-Fenster am Bildschirm mit der Maus verschieben - das ist der "Härtetest", bei dem sich viele TV-/Grafikkarten-Kombinationen als Krücken herausstellen: Kaum ein Hersteller schafft es, das eingeblendete Bild sauber und ohne störende grafische Effekte am Bildschirm zu bewegen.
Eine Videoeingangsbuchse alleine an einer Karte sagt noch lange nichts aus: Es kommt auch drauf an, wie ein eingespeistes externes Videosignal im Inneren der Karte behandelt wird. Generell gibt es zwei Methoden, um ein externes Bild über eine TV-Karte auf den PC-Monitor zu transportieren: analog oder digital.
Entweder oder!
Egal ob MPEG-Wiedergabe oder Video-Capturing, entscheidend ist die Art und Weise, wie ein Digital-Video-Fenster am Monitor eingeblendet wird. Grundlösungen werden nämlich in unterschiedlichen Varianten angeboten: Der eine Hersteller setzt auf die CPU-entlastende Einblendung per Overlay, der andere rechnet das Videobild direkt in die VGA-Darstellung ein. Der Grossteil der heutigen Karten mit Videoeingang übertragen das Bild digital.
Video-Bildtransport
Analog
Digital
Methode
Bei diesem Verfahren wird das Digital-Video-Bild in das Monitor-VGA-Signal eingeschleust: Am Monitor wird also ein Bild im Bild eingeblendet. Dazu ist eine Synchronisation des Videosignals von der Grafikkarte mit dem der Overlay-Karte nötig. In der Regel geschieht das durch Verbinden beider Karten über den Feature-Connector. Dann wird über ein Adapterkabel der VGA-Kartenausgang in den VGA-Eingang der Overlay-Karte eingespielt, und die liefert dann über ihren VGA-Monitor-Ausgang das gemischte Bildsignal.
Bei diesem Verfahren wird das Digital-Video-Bild direkt in den VGA-Videospeicher übertragen, ist also direkter Bestandteil der Grafikdarstellung unter Windows wie jede andere Grafik auch. Dieses direkte Einrechnen belastet die CPU mehr als Overlay. Abhilfe schaffen neue Chipsätze, bei denen sich die Grafikkarte eigenständig um die Einrechnung des Overlay-Bildes und dessen Skalierung kümmert - hier wird nahezu die Qualität und Geschwindigkeit eines analogen Overlays erreicht. Bei schnellen PCs klappt das ohne spürbaren Zeitverlust, bei sehr alten langsamen 486ern unter 66 MHz nicht. Das digitale Overlay-Bild läuft zwar stets perfekt ab, die sonstige Windows-Reaktionsgeschwindigkeit läßt allerdings ein Quentchen nach. Seit 1999 ist es bei PCI-/AGP-Grafikkarten Standard mindestens EIN Overlay-Fenster zu unterstützen - mit "voller" Speed.
Vorteile
1. Da sich die Overlay-Karte um die Bildeinblendung quasi alleine kümmert, wird die CPU nicht belastet: Während das Video in einem Fenster läuft, kann unter Windows ohne spürbaren Geschwindigkeitsverlust gearbeitet werden.
1. Kopplungen mit der VGA-Karte entfallen, also keine Feature-Connector-Probleme. In der Regel funktioniert das digitale Overlay in allen VGA-Auflösungen, bei allen Farbtiefen.
Nachteile
1. Kompliziertere Installation: in der Regel brauchen Overlay-Karten mindestens einen IRQ und einen DMA. Modelle mit Verbindung per Feature-Connector (einige verzichten darauf) blockieren den Feature-Connector für andere Karten - man hat nur einen!
2. Die Overlay-Technik leidet an einem Problem: Die Synchronisation von Fenstern und der Einblendung der Overlay-Karte ist knifflig. Beispiel: Verschiebt man den Fensterrahmen, hinkt das Videobild an die neue Position hinterher, entsprechend beim Verändern der Größe. Letztlich wohl ein Treiberproblem, aber das nützt nichts: Hardware und Treiber sind ein Paar Schuh. Das Hinken ist zwar nicht funktionsrelevant, wer allerdings eine saubere, multimediale Präsentation wünscht, sollte darauf achten.
3. Karten mit analoger Overlay-Technik kooperieren häufig nur bis zu einer bestimmten VGA-Auflösung und Farbtiefe - meist ist bei 64000 Farben Schluß, also keine TrueColor-Unterstützung! Achte daher unbedingt auf die Angaben in den technischen Daten. Es ist ärgerlich, die Farbtiefe einer VGA-Karte reduzieren zu müssen, damit eine andere Karte mitspielt.
1. Der PCI-Bus UND die Grafikkarte werden beim digitalen Bildtransport brutal belastet. Ist ein PC nicht grund solide konfiguriert, dann bricht er bei digitalem Videooverlay schnell zusammen.
2.Intel Chipsätze beherrschen die PCI-Brutalbelastung nach wie vor am besten. Bei VIA und Co muss häufig rumgepatcht werden, damit's überhaupt funktioniert.
3. Moderne Grafikkarten verwenden ihren Overlay-Mechanismus für MEHRERE Zwecke: Auch DVD-Videos werden meist über Overlay abgespielt. Leider beherrschen die aktuellen Karten fast alle nur EIN Overlay gleichzeitig - das schränkt die Nutzung mehrerer gleichzeitiger Video-Spielereien ein.