Vorsicht WDM-Treiber-Falle!

TV-Karten installieren und optimieren

Viele TV-Karten flimmern auf dem letzten Loch. Denn es lauert eine böse Falle: Wer zu den neusten Treibern greift, fällt immer häufiger rein! Grund: Das neue WDM-Treibermodell von Microsoft. Dieser Praxis-Beitrag zeigt wie diese Falle vermieden wird und liefert viele weitere Tipps zur perfekten Installation von TV-Karten. Von Michael Nickles

Egal welche TV-Karte Du kaufst oder im PC drinnen hast: Nahezu alle Karten arbeiten mit den identischen Video-Decoder-Chipsätzen (meist Brooktree oder Conexant, beides sind voll kompatibel) und haben dadurch auch identische Fähigkeiten. Wie gut eine TV-Karte funzt, hängt vor allem von Treiber- und Software-Qualität ab. Und da gibt's brutale Unterschiede! Viele Hersteller kriegen es beispielsweise nicht sauber hin, das Videofenster per Doppelklick auf volle Bildgröße zu zoomen - und zwar ohne schwarzem Bildrand! Oder die mitgelieferte Bedienungssoftware ist zwar hübsch designt, ihr Bedienungkonzept scheint allerdings ein Programmierer im Vollsuff entwickelt zu haben. Alles kein Problem! Es gibt viele Methoden selbst aus der billigsten TV-Karten mehr rauszuholen - und sie kosten nicht mal was...

TV-Karten-Hersteller gehen beim Entwickeln neuer Karten so vor:

1. Decoder-Baustein-Einkauf: Ein Standard-Video-Decoder-Baustein wird gekauft - in der Regel ist das ein Brooktree-Baustein. Dieser Baustein hat mehr oder weniger ALLES DRINNEN, was es für die digitale Bildverarbeitung braucht. Analoge Videosignale können dirket in die betreffenden IC-Beinchen eingespeißt werden.

2. Tuner-Einkauf: Um Fernseh empfangen zu können, braucht es einen Tuner (die großen silbern verkleideten Blechdinger auf den TV-Karten). So ein Tunner kriegt einen Antennensignal rein und liefert es dann als Videosignal. Auf praktisch allen TV-Karten kommen Tuner von Philips oder Themic zum Einsatz. Die Hersteller kaufen halt stets den Tuner-Baustein, den sie gerade am billigsten kriegen.


Auf TV-Karten befindet sich in der Regel ein Philips oder ein Themic Tuner-Teil. Wichtig ist weniger die Marke als die Tatsache, daß Du die Typenbezeichnung des Tuners exakt kennst! Oft verkleben TV-Karten-Hersteller den Tuner mit ihrem Logo - dann heißt es druntergucken!

3. Platine: Da Decoder-Baustein und Tuner bereits alles drinnenhaben was es braucht, fallen die Platinen von TV-Karten recht primitiv auf. Die Leiterbahnen verbinden quasi nur Decoder-Baustein und Tuner und führen außerdem direkt zu den Video-Buchsen der Karte. Das Design so einer TV-Karte ist letztendes eine einfache Übung für einen Techniker - da auf der Karte fast nichts drauf ist, kann auch nicht allzuviel schief gehen.

4. Treiber: Die Decoder-Baustein-Hersteller machen es den TV-Karten-Produzenten recht einfach: Sie liefern ihnen sogenannte Referenz-Treiber für den Baustein. Und exakt auf diesen Referenz-Treibern basieren praktisch alle TV-Karten gleichen Chipsatzes.

5. Software: Auch das Software-Grundgerüst kriegen die TV-Karten-Produzenten mehr oder weniger vorgefertigt geliefert, sie müssen das Outfit nur noch nach Ihren Wünschen anpassen.

Unterm Strich gilt: Trotz enormer Preisunterschiede, steckt auf den meisten TV-Karten der identische Bauteil-Krempel und auch Treiber- und Software kommen aus der gleichen Quelle. Leider ist der Pfusch bei Multimedia-Herstellern so groß, dass sie es trotz der vorgefertigen Referenz-Software schaffen, die auch richtig zu implementieren. Und genau hier kannst Du selbst eingreifen!

Artikel kommentieren