Spione enttarnt

Wer stinkt fliegt raus

Der Müllfaktor wird immer schlimmer: Cookies, Spyware und anderes digitales Ungeziffer ärgert nicht nur, es bremst auch die Internet-Leistung aus. Schluss mit dem Mist - dieser Beitrag zeigt wie gnadenlos entrümpelt wird. Von Michael Nickles.

Es gibt eine ganze Menge Methoden, mit denen Du via Internet ausspioniert wirst. Hier die gängisten Spionagemethoden im Schnellüberblick:

Cookies: (also gesetzte Marken auf einem PC) sind die Methode Nummer 1 um das Surfverhalten eines Internet-Users zu kontrollieren. Zwar gibt es die Möglichkeit im Betriebssystem zu verbieten, dass solche Cookies angelegt werden, aber wer das tut, wird schnell verrückt: Inzwischen verwenden derart viele Seiten Cookies, dass man beim Surfen mit dem Wegklicken der Cookie-Warndialoge kaum noch nachkommt. Viele Seiten funktionieren zudem nur wenn Cookies erlaubt werden. Theoretisch sind Cookies sinnvoll, praktisch werden sie hemmunglos für alles Erdenkliche genutzt.

Intelligente Banner: Um Geld zu verdienen, lassen sich Seitenbetreiber über Werbeagenturen vermarkten. Das heisst, sie stellen einer Werbeagentur Platz auf ihren Seiten zur Verfügung. Dort blendet die Werbeagentur dann nach Lust und Laune Anzeigen ein. Der Clou: Die Anzeigen befinden sich nicht auf der Seite die sie darstellt, sie befinden sich auf dem Rechner der Werbeagentur und werden von DEINEM PC DORT abgerufen. Natürlich klatscht der Rechner der Agentur auch gleich ein Cookie rüber. Damit kann er Dein Surfverhalten dann immer kontrollieren, sobald Du eine Seite ansurfst, die ebenfalls Anzeigenplatz an diese Agentur vermietet hat!

Java Script: Java ist eine üble Sache. Über Java-Script lässt sich in einem Rechner alles Erdenkliche ausspionieren. Auch Dinge wie die echte IP-Adresse lassen sich ermitteln, selbst wenn Du Anonymisierungs-Werkzeuge einsetzt! Gleichzeitig Java und Anonymität - das kannst Du vergessen. Abhilfe schafft nur Ausschalten des Java-Teils im Browser. Leider bestehen viele Webseiten auf Java und lassen sich ohne Java nicht mehr vernünftig absurfen.

EMail-Fallen: Der Trick mit Intelligenten Bannern setzt sich bei Werbe-EMAILs fort. Ein Werbe-Mailversender kann problemlos feststellen, wie hoch seine Erfolgsquote war, wie viele Empfänger die EMAIL zumindest gelesen wird. Konkret: Sobald Du die EMAIL liest, wird der Server des Absenders darüber informiert. Du öffnest also ein Einschreiben mit Rückschein ohne das überhaupt mitzukriegen! Die EMAIL-Falle nutzt die HTML-Tauglichkeit von EMAIL-Programmen aus. In der EMAIL wird einfach ein Link auf eine klitzekleine Grafik eingebunden (das kann ein einziger weisser Punkt auf weissem Hintergrund sein, also unsichtbar). Das fiese Grafiksymbol befindet sich natürlich auf dem Server des Werbe-Mailers. Solbald die EMAIL geöffnet wird, wird dieses Grafiksymbol vom Werbe-Server abeholt und der weis damit, dass die Post definitiv angekommen ist und geöffnet wurde. Du kannst das verhindern, in dem Du Mail nur bei nicht aktiver Internet-Verbindung öffnest.

Das Schlimme an den Methoden: Es handelt es sich nicht um Sicherheitslücken im Betriebssystem, sondern um ganz öffentliche Dinge, hinter denen sich nichts Geheimnisvolles verbirgt. Microsoft hat diese Techniken im Browser geschaffen und es wird halt Gebrauch davon gemacht.

Cookies kaltgemacht - die Totalmethode

Die effektivste Methode, Cookies kaltzumachen, ist sie zu löschen. Das geht entweder im Browser oder durch Löschen von Dateien im Cookie-Verzeichnis. Bei Windows mit Internet Explorer finden sich sämtliche Cookies in der Rgel im Windows-Unterverzeichnis Temporäre Internet Dateien. Natürlich ist es lästig, die Cookies dauernd manuell zu löschen. Zwar gibt es diverse Freeware-Tools die diesen Job erledigen, es gibt allerdings auch eine ganz radikale Methode: Du richtest im System eine RAM-Disk ein und stellst den Internet Explorer so ein, dass er seine temporären Daten dort ablegt (Optionen-Menü im Internet Explorer). Beim Ausschalten des PC werden sämtliche temporären Internetdaten definitiv ins Nirwana geschickt.

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