Das Finale

PC-Selbstbau, Teil 4

Im vierten und letzten Teil wird der Selbstbau-PC fertig, die letzten Arbeiten sind fällig: Einbau von Diskettenlaufwerk, CD-ROM Laufwerk, Festplatte und die abschließende Installation des Betriebssystems.

Schritt 9: Diskettenlaufwerk einbauen und anmelden

Es wird Zeit, dem Roh-PC ein Laufwerk zu verpassen, um die ersten Betriebssystem - Installationen durchführen zu können. Es beginnt immer mit dem Diskettenlaufwerk: An der Rückseite des Laufwerks findest Du eine Strombuchse und den Anschlußpfosten für das Datenkabel.

Diskettenlaufwerk-Rückseite: Stromanschluß und Datenkabel-Pinreihe – einen Jumper findest Du nur in Ausnahmefällen. Der Pin1 des Anschlusses befindet sich in der Regel „in der Mitte' (siehe Pfeil).

Die Strombuchse ist beim 3,5-Zoll-Diskettenlaufwerk in der Regel kleiner als die bei Festplatten und CD-ROMs – bei nahezu jedem modernen PC-Gehäuse führt vom Netzteil mindestens ein Kabel weg, das den passenden „kleinen' Stromstecker hat. Ist dem nicht so, dann brauchst Du einen Adapter, wie im Bild zu sehen (gleich beim Gehäusekauf klarstellen!). Falschverbindungen sind bei dieser „Stromsteckerei' nicht möglich. Anders sieht es beim Diskettenkabel aus, das zum Lieferumfang des Mainboards gehört: Du erkennst das Diskettenlaufwerk an zwei Fakten: Es hat weniger Leitungen als die Festplatten/CD-ROM-Kabel und außerdem einen „Dreh'; ein Teil des Kabels ist zwischen den beiden Laufwerkssteckern verdreht worden.

Das Diskettenlaufwerk A muß ans Ende der Leitung, also hin zum „verdrehten' Teil, der Stecker am anderen Kabelende wandert auf die Disketten-Anschluß-Pinreihe des Mainboards. Am mittleren Stecker des Floppy-Kabels kann bei Bedarf ein zweites Diskettenlaufwerk angeschlossen werden. Der Dreh im Kabel dient dazu, daß der PC zwischen Laufwerk A und B unterscheiden kann. Es gibt eine sehr seltene Ausnahmesituation: Hast Du kein gedrehtes Floppy-Kabel, dann muß über Jumper am Laufwerk eingestellt werden, welche Drivenummer es erhält: Beispielsweise 0 für Laufwerk A und 1 für Laufwerk B.

Vorsicht: Niemals Gewalt bei den kleinen Stromanschlußpfosten des Diskettenlaufwerks anwenden! Die Lötstellen reißen leicht aus!

Wie auch immer: Wie jedes Flachbandkabel im PC hat auch das Diskettenlaufwerk eine farblich markierte Leitung: Das ist die Leitung, die jeweils zu Pin 1 einer Anschlußbuchse/Pinreihe muß. Wenn sich ein Hersteller Mühe macht, dann packt er ein Anschlußkabel bei, dessen Stecker so „präpariert' ist, daß ein Falschrum-Einstecken erst gar nicht möglich ist. Das hat leider Seltenheitswert. Stelle also sicher, wo jeweils Pin 1 an den Buchsen ist, und achte drauf, daß sich die farblich hervorgehobene Ader dort befindet, wenn Du ein Flachband-Kabel verlegst. Wenn Du das Diskettenlaufwerkkabel falsch herum einsteckst, dann wird der PC nach dem Einschalten durcheinandergeraten: Du erhältst eine Fehlermeldung wie „DISK PROBLEM' oder ähnlich.

Nachdem Du die Verkabelung hergestellt und überprüft hast: Einschalten. Der PC sollte wie bereits beim ersten Test seine BIOS-Initialisierung durchführen und mit folgender Meldung stehen bleiben:

DISK BOOT FAILURE, INSERT SYSTEM DISK AND PRESS ENTER. Hier ist alles okay, der PC will jetzt eine Diskette mit dem Betriebssystem. Diese Aufforderungsmeldung erhältst Du unter Umständen auch dann, wenn überhaupt kein Diskettenlaufwerk angeschlossen ist, eine Garantie für richtige Verkabelung ist die Aufforderung ebenfalls nicht. Um zu prüfen, ob das Diskettenlaufwerk ordentlich installiert ist, brauchst Du eine Bootdiskette.

Achtung: Moderne BIOS-Versionen erkennen ein angeschlossenes Diskettenlaufwerk automatisch, bei älteren BIOSen wird das Diskettenlaufwerk erst dann erkannt, wenn Du es manuell im BIOS-Setup angemeldet hast. Im Standard-CMOS-Setup muß hierzu einfach für Drive A ein 3,5-Zoll-1,44-MByte-Laufwerk eingetragen werden, als Drive B nichts (none). Details zum BIOS-Setup findest Du im BIOS-Kapitel.

Schritt 10: Die Startdiskette – haben oder selbermachen

Profis wissen hier, Bescheid, dennoch die Prozedur für alle Einsteiger: Es beginnt immer mit einer Diskette, auf der sich ein altes Original-DOS mit Setup befindet – die mußt Du beim PC-Selbstbau schlicht und ergreifend kaufen, wenn Du Dich nicht strafbar machen willst. Hast Du nur eine alte Update-DOS-Version, hast Du Pech gehabt, Du kannst von dieser Diskette nicht ohne weiteres booten (zumindest nicht von der Diskette mit der Nummer 1, eine aus dem Diskettensatz bootet in der Regel dennoch). Wie auch immer: Wenn Du über ein laufendes DOS-System verfügst, kannst Du Dir jederzeit eine Notstart-Bootdisk anfertigen.

Diese DOS-Diskette kann jederzeit von einem laufenden DOS-System angefertigt werden:

Leg eine leere und formatierte 3,5 Zoll Diskette ins Laufwerk und gib am DOS-Prompt (bei Windows 95 am besten im alten DOS-Modus booten!) die Anweisung SYS c: an. Dadurch werden die versteckten DOS-Startdateien msdos.sys, io.sys und der DOS-Kommando-Interpreter command.com auf die Diskette gespielt und sonst nichts. Diese beiden Dateien reichen zwar zum Starten von DOS, Du brauchst allerdings mehr: Spiele folgende weiteren Dateien aus Deinem \DOS-Verzeichnis der Festplatte auf die Diskette:

FDISK.COM – brauchst Du zum Einrichten einer neuen unpartitionierten Festplatte

KEYB.COM – deutscher Tastaturtreiber (damit Du nicht durchdrehst)

KEYBOARD.SYS – ebenfalls Tastaturtreiber

FORMAT.COM – brauchst Du zum Formatieren der neuen Festplatte

SYS.COM – überträgt das Grund-DOS-System von der Diskette auf die Festplatte

MSCDEX.EXE – der DOS-CD-ROM-Treiber

HIMEM.SYS – wird vom Windows 95 Setup verlangt

EDIT.COM / QBASIC.EXE – falls Du einen Texteditor brauchst

Leg jetzt eine neue DOS-Textdatei namens Autoexec.bat auf der Diskette an, und schreib folgendes rein, um den deutschen Tastaturtreiber zu laden:

KEYB GR

ACHTUNG: Du machst Dich strafbar, wenn Du Dir eine DOS-Startdiskette vom PC A anfertigst und dann DOS auf dem PC B damit einrichtest: Microsoft verlangt, daß für jeden PC ein eigenes DOS gekauft wird. Legitim ist es indessen, sich eine Notdisk anzufertigen, und sie dann auf dem PC wieder zu verwenden, von dem sie stammt – hiervon gehe ich aus!

Damit ist die Bootdisk fertig: Wenn Du sie im Selbstgebauten einlegst, dann sollte er MS-DOS von ihr booten. Der DOS-Prompt erscheint und die deutsche Tastaturbelegung funktioniert. Bootet der Selbstgebaute nicht und Du hast die Bootdiskette auf Tauglichkeit in einem anderen PC geprüft, dann bleibt nur eine Möglichkeit: Das Diskettenlaufwerk ist falsch installiert – falsch verkabelt oder im BIOS falsch angemeldet.

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