Multiboot-Maschinen

PRAXIS: Multiboot-Systeme - perfekte Planung

1  2  3  4  5  

Perfektes Datenbackup heißt FAULHEIT einkalkulieren. Jedem sollte klar sein: sicher sind Daten nur dann, wenn sie auf einem externen Datenträger ausgelagert sind. Das heißt am besten auf eine DVD-RAM schreiben oder auf eine externe Festplatte, die nur für das Backup eingeschaltet und danach vom System getrennt wird. Das ist nötig, weil man immer davon ausgehen muss, dass irgendein Megabrutal-Virus es ins System schafft und sämtliche Daten aller Platten grillt, die er im System (oder im Netzwerk) findet.

Typischerweise ist man zu faul, täglich ein Backup zu brennen oder auf eine externe Platte zu speichern. Schlägt ein wirklich übler Virus zu, dann hat man verloren - die Daten seit dem letzten externen Backup sind dann im Eimer. Ein viel höhreres Risiko als ein Virus ist allerdings, dass eine Platte verreckt. Auch nagelneue Platten können urplötzlich die Grätsche machen - dass noch Garantie drauf besteht nützt wenig, wenn die Daten im Eimer sind.

Das hier beschriebene Backup-Konzept geht von Faulheit aus und davon, dass eine Platte plötzlich restlos "auseinanderfällt" und nicht mehr in Gang zu bringen ist. In so einem Fall muss sichergestellt sein, dass man möglichst schnell wieder ein lauffähiges System hat und möglichst schnell auch wieder alle wichtigen Arbeitsdateien.

Das geht so:

Fotostrecke

Alle wichtigen Daten sind in der schnellen ersten Partition der zweiten Platte gespeichert - dadurch lässt sich flott mit ihnen arbeiten. Im Betriebssystem wird ein Backup-Tool verwendet (kommerziell oder gratis mit Betriebssystem-Boardmitteln), das alle wichtigen Daten der zweiten Platte MINDESTENS ein Mal täglich in die letzte Partition der ersten Platte überträgt - das ist dort die langsamste, aber reicht für Backup-Zwecke natürlich voll aus.

Damit ist der Fall, dass eine der beiden Platte komplett verreckt abgehakt. Sobald es kracht und eine Platte futsch ist, hat man wenigstens noch den letzten Backup-Stand auf der noch laufenden Platte.

Wenn eine der beiden Platten verreckt muss natürlich SOFORT reagiert werden - also schnellstmöglich durch eine neue Platte ersetzen. Es kann ja jederzeit wieder knallen.

Fotostrecke

Die zweite Sicherheits-Stufe besteht darin, dass die Partition mit dem wichtigsten  Betriebssystem der ersten Festplatte (hier im Beispiel Windows XP) in die dritte (und langsamste Partition) der zweiten Platte gespeichert wird. Dazu zieht man sozusagen ein Image der Partition der ersten Platte, auf die zweite Platte.

Verreckt aus irgendwelchen Gründen die erste Platte, dann kann man schnell eine neue einbauen, das gesichterte Image mit dem Haupt-Betriebssystem von der zweiten Platte dort rüberziehen und hat sofort wieder ein lauffähiges System.

Die hier beschriebene Methode ist die Mindestbasis - sie  kann natürlich beliebig ausgebaut und modifiziert werden.

Fotostrecke

Windows-Datenträgerverwaltung: So sieht die Aufteilung auf zwei Festplatten später in der Praxis aus.

HINWEIS: Natürlich kann man effektive Datensicherheit auch durch ein RAID-System erreichen - am besten eines bei dem mindestens drei Platten verwendet werden. Im Fall eines Multiboot-Rechners kann es mit RAID allerdings recht verzwickt werden. Drum habe ich die Sache hier mal ohne RAID durchgezogen. Denn letztlich gilt: RAID-Technik hilft nur dann, wenn man sich perfekt auskennt. Und wenn die RAID-Substanz - der Controller - verreckt, dann steht man dumm da. Beim hier beschriebenen "primitiven" System werden die Platten ganz normal gefahren, man kann also ohne jegliche Spezialitäten auf sie zugreifen, sie jederzeit in einen anderen PC rüberbauen falls kitzlige Datenrettung nötig ist.



Seiten: 1  2  3  4  5  


Diskussion zum Beitrag