Soundkarten Know-How

Audiotechnik: Durchblick statt Durchdreh

Soundkarten sind äußert kritische Dinger - den wenigsten ist klar, wie übel sich eine miese Soundkarte auf die Leistung und vor allem die Stabilität eines PCs auswirken kann! Vor ein paar Jahren waren Luxussoundkarten nicht unter 250 Euro zu kriegen, heuer kostet eine Karte mit allem Drum und Dran weniger als einen Fünfziger. Mach Dir eines klar: Soundkarten sind nicht grundlos so billig geworden! Von Michael Nickles.

Die Hersteller haben den Preisverfall vor allem durch Sparmaßnahmen bei den verwendeten Bauteilen und Technologien erreicht. So nehmen einige moderne Karten den Prozessor im Rechner viel härter her als ihre alten Vorgänger. Viele neue Funktionen werden nur dadurch billig erreicht, dass der Soundkartenhersteller auf einen teueren Soundprozessor auf seiner Karte verzichtet und dem PC-Prozessor die Ackerei überlässt.

Ebenso beim RAM: Früher verfügten Soundkarten über eigenes RAM/ROM, um Musik-Samples abzulegen. Heute muss ein Teil des PC-Speichers dafür herhalten. Und sobald Daten über die CPU geschaufelt werden, wird zwangsläufig der ohnehin heuer schon arg am Limit buckelnde PCI-Bus gnadenlos belastet. Konkret hatten alte teure Karten mehr Eigenintelligenz, konnten Jobs selbstständiger erledigen als ihre funktionsreicheren Nachfolger. Aus gutem Grund sind viele Hobbymusiker, die mit MIDI komponieren, nach wie vor scharf auf einen ISA-Slot im PC, in den so eine alte ISA-Luxussoundkarte reingesteckt werden kann.


Die Anschlussvielfalt bei Audio ist enorm geworden - sowohl in der Unterhaltungselektronik als auch am PC.

Analog oder digital: Verwirrung komplett

Die Zeiten von Stereo sind vorbei. Moderne Spiele und DVD setzen auf Mehrkanalton. Wer akustisch nicht in der letzten Reihe sitzen möchte, braucht heute mindestens vier Lautsprecher: Zwei vorne, zwei hinten. Besser sind sechs Boxen - eine zusätzliche für vorne Mitte und einen Subwoofer für den Bass. Das Problem: Sobald mehr als vier Boxen zum Einsatz kommen, ist es aus und vorbei mit alten Denkschemas aus anlogen Verkabelungszeiten. Mehrkanalklang kann nur bis vier Lautsprecher analog ansteuern, bei mehr wird digitale Übertragung benötigt.

Der Aufbau eines Mehrkanal-Soundsystems ist eine knallhart komplizierte Sache - insbesondere dann, wenn Du das zu einem minimalen Preis hinkriegen willst! Wer seinen PC schließlich als Multimedia-Zentrale verwenden will, der steht vor der Herausforderung, alte analoge und neue digitale Soundmethoden unter einen Hut zu bringen. Bereits der Blick auf die Anschlussvielfalt eines billigen Verstärkers macht klar: Das alles ist verdammt verzwickt!

Konkret braucht eine moderne Soundkarte eine ziemlich große Anschluss- und Funktionsvielfalt, wenn sie erfolgreich mit Unterhaltungselektronikgeräten kooperieren soll. Genau darum geht's in den folgenden Abschnitten.

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