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BIOS-Tuning: Optionen zur Grafikkarte

Wird eine Grafikkarte im BIOS nicht richtig eingestellt, rächt sich das früher oder später. 3D-Games kommen nur in fahrt wenn sämtliche AGP-Optionen richtig konfiguriert sind. Und wenn PCs ständig crashen, hilft ebenfalls oft ein Check der AGP-Optionen. Alle Fakten dazu hier. Von Michael Nickles

Leider gibt es inzwischen zwar diverse BIOS-Optionen für die Grafikkarte, aber kaum ein BIOS fasst diese Optionen an einer gemeinsamen Stelle übersichtlich zusammen - sie sind meist in mehreren Seiten des BIOS-Setup versteckt. Die Listen und Tabellen zeigen, welche BIOS-Optionen es in Sachen Grafik generell gibt und was es damit auf sich hat:

Allgmeine Grafikoptionen im BIOS

Assign IRQ to VGA (auto, enabled, disabled)


Hier wird eingestellt, ob die Grafikkarte einen Interrupt verwenden darf (enabled) oder nicht (disabled). Praktisch alle modernen 3-D-Grafikkarten brauchen unbedingt einen Interrupt, kriegen sie keinen, dann funktionieren sie entweder gar nicht oder nur eingeschränkt. Also unbedingt der modernen 3-D-Karte einen Interrupt geben! Bereits vor Installation einer Grafikkarte unter Windows sollte im BIOS-Setup sichergestellt sein, dass sie einen Interrupt erhält.

On-board/chip video (enabled / disabled)
Bei Mainboards mit Onboard-VGA-Grafik lässt sich diese Onboard-Grafikkarte oft im BIOS bei Bedarf aktivieren (disable), wenn eine andere Grafikkarte eingebaut wird. Die Deaktivierung - so angeboten - ist in der Regel zwangsläufig nötig, um überhaupt eine andere Grafikkarte in Betrieb nehmen zu können.

PCI/VGA Palette Snoop (enabled, disabled)
Bei uralten nicht-100%-VGA-kompatiblen MPEG-Zusatzkarten können Falschfarbdarstellungen auftreten. Durch Aktivieren von »Palette Snoop« kann das behoben werden. In modernen PCs mit modernen Grafikkarten (ab ca. 1998) macht diese Option kaum noch Sinn, ist im BIOS-Setup auch oft gar nicht mehr vorhanden.

VGA BIOS Sequence (PCI, AGP)
Sind in einem PC eine AGP- und eine PCI-Grafikkarte installiert, kann über diese Option festgelegt werden, welche Grafikkarte beim PC-Start aktiviert wird. Hast Du nur eine AGP-Grafikkarte oder nur eine PCI-Grafikkarte drinnen, dann stellst Du hier den jeweiligen Typ ein.

VGA Shared Memory Size (8 MB, 16 MB, 32 MB)
Stellte bei Onboard-VGA ein, wie viel RAM-Speicher für die Grafik verwendet wird. Ist nur sehr wenig RAM im Rechner (64 MByte), sollten maximal 8 MByte für VGA freigegeben werden - das reicht ohnehin für hohe 2-D-Auflösungen.

Video (EGA/VGA)
Ein uraltes Relikt: Früher gab es verschiedene Grafikkartentypen, die hier eingestellt werden mussten. Heute ist die einzig sinnvolle Einstellung »EGA/VGA« - falls die Option im BIOS-Setup überhaupt noch vorhanden ist.

Video BIOS cacheable (enabled, disabled)
Direkt verwandt zur Option »Video BIOS shadow« - auch hier kann »enabled« werden, ein nennenswerter Speedgewinn ergibt sich dadurch heute allerdings nicht mehr. Vorsicht: Manche 3-D-Karten haben es lieber, wenn das »Video BIOS Caching« abgeschaltet ist! Achte auf diesbezügliche Hinweise in der Dokumentation der Grafikkarte.

Video BIOS shadow (enabled, disabled)
Mit »enabled«, wird das »langsame« BIOS der Grafikkarte in das schnellere RAM des PCs verlagert. Früher (bis ca. 1997) brachte das einen Leistungskick, bei modernen Grafikkarten spielt das »Spiegeln des BIOS ins PC-RAM« keine große Rolle mehr, bringt unter Windows bestenfalls Leistungsverlust. Also weg damit (disabled).

Video RAM cacheable (enabled, disabled)
Ebenfalls ein uraltes Relikt, das Cachen des Video-RAMs. Da moderne Grafikkarten extrem schnelles RAM draufhaben, oft schneller als das RAM im PC, macht dieses Video-RAM-Cachen keinen Sinn mehr. Falls aktiviert, kostet es Dich bestenfalls Leistung - also abschalten (disabled)!

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