Fast alle seit 2000 hergestellten Festplatten bieten irgendeine Art von »Akustikmanagement«. Durch Aktivieren dieser Funktion werden Platten deutlich leiser. Konkret geht es um die »krächzigen« Zugriffsgeräusche, wenn das System auf einer Platte rumrödelt. Dieses Zugriffsgekrächze lässt sich im Idealfall durch Akustikmanagement auf null senken. Die Festplatte ist dann beim Zugriff sozusagen total geräuschlos. Beim Datenzugriff wohlgemerkt. Das Grundgeräusch einer Festplatte (Motor) lässt sich durch Akustikmanagement nicht wegmachen.
Als Faustregel gilt: Wenn eine Platte leiser gemacht wird, dann wird sie dadurch zwangsläufig lahmer. Du bezahlst die Ruhe also mit Leistungsverlust. Doch der ist gar nicht mal so schlimm wie zunächst vielleicht befürchtet. Hier Messbeispiele einer IDE-Platte mit unterschiedlicher »Lautstärkeeinstellung« und wie sich das auf die Leistung auswirkt:
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Lautstärke
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Mittlere Zugriffszeit
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Durchschnittliche Leseleistung
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Normal (Werkseinstellung)
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8,9 ms
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35.783 KByte/s
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Maximal leise
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12,7 ms
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35.732 KByte/s
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Maximal laut
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8,8 ms
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35.722 KByte/s
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Das Fazit: Mit sinkender Lautstärke nimmt die mittlere Zugriffszeit ab. Auf die Leseleistung wirkt sich die Sache allerdings nicht messbar aus. Auf einer Arbeitsplatte mit Betriebssystem sollte auf Akustikmanagement verzichtet werden – besser laut als geringe mittlere Zugriffszeit. Bei einer »Daten«-Festplatte für Videos und MP3 lohnt sich allerdings Leiseschalten, da die mittlere Zugriffszeit beim Abspielen von Videos oder Musik keine nennenswerte Rolle spielt.
Je nach Festplattenhersteller lässt sich das Lautstärke-Leistungs-Verhältnis auf mehrere vorgegebene Modi einstellen oder »stufenlos« regulieren. Wichtig: Je nach Hersteller ist eine Platte unterschiedlich voreingestellt. IBM geht beispielsweise typischerweise bei der Werkseinstellung den Mittelweg (siehe Tabelle). Wer eine IBM auf maximale Lautstärke dreht, gewinnt einen kleinen Furz mehr Leistung bei der mittleren Zugriffszeit. Damit ist klar: Wer Ruhe will, fährt die Lautstärke runter, wer's schnell will, beschafft sich Ohrstöpsel. Die professionelle Vorgehensweise ist diese: Maximum, Minimum und Mitte der Einstellmöglichkeiten durchprobieren und mit einem Festplatten-Testprogramm nachmessen.
Hinweis: Das Umschalten des Akustiklevels einer Platte bedeutet in der Regel keinen Datenverlust – es kann also jederzeit gemacht werden. Dennoch handelt es sich hier um einen Eingriff in die Platte: Geh auf Nummer sicher und mach erst ein Backup.
Um den Akustik-Krempel einer Platte zu erledigen, gehst Du am besten so vor:
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Schritt
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Bemerkung
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1. Akustikmanagement-Tool
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Zuallererst brauchst Du das Akustikmanagment-Tool, das zur Platte passt. Dieses Tool gibt es nur beim Festplattenhersteller direkt. Es gehört in der Regel nicht zum Lieferumfang einer Festplatte, es muss also im Download-Bereich des Herstellers im Internet beschafft werden.
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2. Startdiskette
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Fast alle Festplatten-Einstell-Tools müssen unter DOS ausgeführt werden. Du brauchst also eine Startdiskette, auf der auch das Tool drauf ist. Klasse macht IBM die Sache: Man lädt das Tool einfach runter, nach Start erstellt es selbstständig eine bootfähige Diskette, inklusive Tool.
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3. Akustikmanagement-Tool starten
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Nach Neustart von der Startdiskette wird das Tool auf DOS-Ebene ausgeführt. IBM bietet ein komfortables mausbedienbares Menü, Quantum und Maxtor quälen ihre User mit Kommandozeilenparametern (Stand Ende 2001).
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4. Modus einstellen
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Jetzt wird der gewünschte Modus im Tool eingestellt. IBM bietet hier praktischerweise gleich eine Testoption an, mit der man die Lautstärke des gewählten Levels probehören kann. Clever!
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5. Neustart
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Diskette raus, System neu starten. Das war's. Jetzt heißt's gegebenenfalls benchmarken und dann zurück zu Schritt 2, um einen anderen Lautstärkemodus zu aktivieren.
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