Aktiv oder nicht aktiv: IDE-Controller nervt
Selbst wenn Du im
BIOS alles richtig einstellst -
Windows gibt sich nicht damit zufrieden und kocht sein eigenes
Süppchen. Die Folge: Interruptkonflikte am laufenden Band.
Zwick mich - träume ich einen Interruptkonflikt?
Das Lächerliche daran: Es sind nicht mal entsprechende
Geräte angeschlossen - Windows verwendet scheinbar die dafür
reservierten Interrupts. Die Rede ist vom IDE-Controller, der
unter Windows ein gelbes Ausrufezeichen zeigt - obwohl nur SCSI-Geräte
verwendet werden.
Wenn Dein PC mit einem IDE-Controller ausgestattet
ist (und das sind die meisten), jedoch kein IDE-Gerät angeschlossen
ist, wird der IDE-Controller im Gerätemanager möglicherweise
als deaktiviert oder mit Ressourcenkonflikten angezeigt.
Blinder Alarm: Bei einem gelben Ausrufezeichen erst einmal die IRQ-Belegung kontrollieren - dann hast Du Klarheit.
Hier entsteht der Eindruck, dass Windows den IDE-Controller
trotzdem einbindet und das BIOS übergeht. Dadurch - das ist
ja der Witz bei der Sache - möchtest Du die EIDE-Ressourcen
ja für andere Komponenten im System freigeben. Und das ist
auch tatsächlich der Fall: Wenn der Controller im BIOS deaktiviert
ist, werden alle Ressourcen, die er normalerweise verwendet, für
Windows freigegeben. Das Geheimis des gelben Ausrufezeichens:
Wenn ein von Windows erkanntes Gerät nicht über reservierte
Ressourcen verfügt, dann wird es von Windows als deaktiviert
gekennzeichnet. Dies hat keine Auswirkungen auf andere Ressourcen
im System - aber nur dann, wenn Du keinen dualen IDE-Controller
hast, also zwei IDE-Anschlüsse. Und genau das ist bei praktisch
allen Mainboards Standard.
Nicht nur sauber, sondern rein
In diesem Fall werden die Interrupts 14 und 15 unter
Windows reserviert, auch dann, wenn keine Geräte am IDE-Controller
angeschlossen sind. Hier ist ein manueller Eingriff in der Systemsteuerung
notwendig. Unter 'Eigenschaften' des Festplattenlaufwerk-Controllers
ist der Hund begraben.
Doppelt gemoppelt: Nicht nur im BIOS, sondern auch unter Windows müssen die IDE-Kanäle deaktiviert werden, um Ressourcen freizugeben.
Hat ein Mainboard zwei IDE-Anschlüsse, also
einen primären und einen sekundären, dann ist es meist
so, dass sich nur der sekundäre deaktivieren lässt.
Den Interrupt 14, den der primäre Port belegt, kriegst Du
nicht frei für andere Geräte. Und da dieser IRQ ohnehin
für IDE verbastelt ist, fällt es nicht schwer, auf einem
SCSI-PC-System als großen Datensafe eine oder zwei große
billige IDE-Platten mit reinzubauen. So lange nur zwei IDE-Laufwerke
am primären IDE-Port angeschlossen werden, musst Du keinen
separaten Interrupt für IDE opfern - und dann ist die Welt
in Ordnung.
Besonders hart sind Mainboards mit mehr als zwei
IDE-Schnittstellen, die also noch einen zweiten IDE-Controller
draufhaben. Auch hier gilt: Jeder der beiden zusätzlichen
Ports wird im Gerätemanager einzeln aufgeführt und braucht
auch einen Interrupt. Die zusätzlichen IDE-Ports findest
Du im Gerätemanager in der 'SCSI-Kategorie': Ein
zusätzlicher UltraDMA-Controller wird von Windows also verwirrenderweise
als 'SCSI-Controller' betrachtet. Nimm's einfach hin.