Problemkind AGP

AGP-Technik: Wissen contra Pfusch

Die AGP-Technik stolpert von einem Dillemma ins nächste und allmählich spukt nur noch eine Frage im Kopf rum: Warum konnte uns diese verflixte Technik nicht erspart bleiben? Realistisch betrachtet, ist aus den AGP-Versprechungen seit Jahren nichts geworden. Eigentlich sollte AGP bessere und billigere 3-D-Grafik möglich machen, indem die Grafikkarte das PC-RAM für Texturen verwendet und sich dadurch selbst teures RAM spart. Das Gegenteil ist eingetreten: Inzwischen haben AGP-Grafikkarten bis zu absurden 64 MByte RAM drauf und die 500-Euro-Preisklasse erreicht. Würde AGP das tun, wofür es eigentlich gedacht ist, dann bräuchte heute kaum eine Grafikkarte mehr als 8 MByte RAM. Von Michael Nickles.

Ganz zu schweigen vom vielen Ärger, den die AGP-Technik gebracht hat - und den vielen neuen Ärger, den sie dauernd schafft. Die Kette der AGP-Peinlichkeiten ist endlos lang. Hier die verkürzte Fassung:

AGP: Dilemmas ohne Limits

Bei der AGP-Technik lauern diverse üble Tücken:

1. Durchbrenn-Effekt:

Viele AGP-Grafikkarten funktionieren in diversen Mainboards bis 2000 nicht. Grund: Bei diesen Mainboards wurde gepfuscht, sie stellen am AGP-Steckplatz zu wenig Strom bereit.


Voll normal kommt halt vor: Als die 3-D-Karten 1999 verpfuschte Mainboards 'abrauchen' ließen, praktizierten die meisten betroffenen Hersteller wieder mal das, was sie am besten beherrschen: Weggucken, Maulhalten, Warten bis Gras drüberwächst.

Der Skandal, der bereits im 1999er Report enthült wurde, ist nach wie vor grausam aktuell: So mancher guckt auch jetzt noch dumm aus der Wäsche, wenn er eine moderne GeForce in einen 1999 gekauften PC reinsteckt und die ganze Sache in Rauch aufgeht. Wenn Du einen PC aus diesem Baujahr hast: Der AGP-Skandal wird im Grafik-Know-how-Bereich auf www.nickles.de nonstop weiterdiskutiert. Und solange PCs vor Baujahr 2000 nicht restlos ausgestorben sind, wird diese Diskussion auch nicht aufhören. Wer also einen alten PC vor 2000 hat, der muss heute bereits beim Kauf einer modernen 3-D-AGP-Karte klarstellen, ob diese Karte überhaupt in der alten Mühle läuft.

2. AGP-Modus-Betrug: Wenn eine AGP-Karte im 2-D-Modus stabil läuft, dann heißt das noch lange nicht, dass auch ihr 3-D-Modus klappt. Bei Start so manchen 3-D-Programms kann Folgendes passieren:


Wenn eine neue Grafikkarte so abstürzt, dann gibt es dafür nur drei mögliche Gründe: Die Karte ist futsch, der Treiber ist über den Prototypstatus noch nicht hinaus, oder die AGP-Technik spinnt.

Im vielen Fällen lassen sich solche Probleme nur durch manuelles Herabsetzen des AGP-Modus beheben.

3. Treiber-Betrug: AGP-Treibernachbesserungen sind Alltag: Immer wieder 'verbessern' die Mainboard-Hersteller ihre AGP-Basistreiber und die Grafikkartenhersteller ihre Treiber. Und durch solche Treiber-Updates läuft ein Mainboard-/Grafikkarten-Gespann plötzlich tadellos, das Monate lang Stress gemacht hat. Viele freuen sich dann und kriegen gar nicht mit, dass sie beschissen worden sind: In vielen Fällen wurden AGP-Treiber nachträglich kastriert, schnelle Betriebsmodi wurden abgeschaltet, weil sie sich als zu instabil erwiesen hatten. Das Resultat: In vielen 4fach-AGP-Mainboards stecken 4x-AGP-Grafikkarten, die nur im 1x-AGP-MODUS funktionieren!

4. Technologie-Nepp: Die bei AGP 4x anfallende Speicherbandbreite kann SDRAM selbst bei 133 MHz Bustakt nicht erfüllen, wurde zur Bremse. Erst VC-SDRAM und DDR-RAM bringen genug Leistung, um AGP 4x nicht auszubremsen.

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