Vor dem Kauf bereits veraltet?

DVD: Technik, Formate, Standards

DVD-Geräte gibt es in verschiedenen Formen: als DVD-ROM-Laufwerk für den Computer und als DVD-Video-Player fürs Wohnzimmer und DVD-Brenner für professionelle geldschwere Anwender. Von Michael Nickles.

Vor dem Kauf bereits veraltet?

Damit das DVD-Kino am PC auch richtig funktioniert, muss die Hardware perfekt mit der Software zusammenarbeiten. Doch die Probleme sind groß, das liegt nicht zuletzt an dem großen Sortiment. Die Auswahl bei DVD ist vielfältig - was steckt eigentlich hinter DVD-ROM, DVD-RAM und DVD-Video? Unterstützt mein DVD-ROM auch meine alten CD-ROMs und CD-Rs? Um einen Durchblick in diesem DVD-Dickicht zu bekommen, brauchst Du erst mal die nötigen Grundlagen in Sachen DVD.

Klein, rund und dünn - was steckt in der DVD?

Neue Dimensionen

Die DVD = Digital Versatile Disc - übersetzt 'digitale vielseitig einsetzbare Scheibe' oder 'digitale Mehrzweckscheibe' - bietet eigentlich für jeden Zweck ein eigenes Datenformat und ist rund wie eine CD, schaut aus wie eine CD, leistet aber in verschiedenen Bereichen jedoch mehr als die herkömmliche CD. Betrachtet man allein die Speicherkapazität, erscheint das Speichervolumen der CD im Vergleich zur DVD wie eine 5,25-Zoll-Floppy-Diskette aus den Anfangszeiten des PCs. DVD-ROM-Laufwerke sind eine Weiterentwicklung der CD-ROM-Laufwerke und sind bzw. sollten voll abwärtskompatibel zu sämtlichen CD-Standards sein.

Was ist eine DVD?

Egal ob Audio-CD, Daten-CD, Multisession oder CD-Extra - ein modernes DVD-ROM-Laufwerk sollte mit allen zurechtkommen. Auch Neuentwicklungen wie die wiederbeschreibbare CD-RW sollten den DVD-ROM-Geräten keine Probleme bereiten - waren doch auch schon moderne CD-ROM-Laufwerke Multiread-fähig und kamen mit RW-Medien zurecht.

Die DVD leistet (zumindest auf dem Papier) mehr. Allein die einfachste Version der DVD, ein einlagig und einseitig bespieltes Medium (single-sided, single layer), stellt schon 4,7 GByte Speicherplatz bereit. Die größte DVD (dual-sided, dual layer) stellt gar 17-GByte-Speicherplatz zur Verfügung - genug, um sämtliche Metallica-Alben oder rund 25 randvolle CD-ROMs auf einem Medium unterzubringen.

DVD-Technik und Grundlagen

Die Daten sind bei der DVD wie bei der CD in einem langen spiralförmigen Track angeordnet. Der deutlich engere Spurabstand von 0,74 Mikrometer bei einer DVD (1,6 Mikrometer bei einer CD) sorgt für eine höhere Datendichte auf der Scheibe. Weiterhin sind die Daten in kleineren Pits untergebracht (minimale Pitlänge DVD 0,4 Mikrometer, minimale Pitlänge CD 0,9 Mikrometer) und die Wellenlänge des Lasers von 780 Nanometer auf 635/650 Nanometer verringert worden, um mehr Daten auf die Scheibe unterzubringen.


Durch die erhöhte Datendichte erhöht sich auch die Datenübertragungsrate.

Viele Varianten

Die DVD ist äußerlich auf den ersten Blick kaum von einer CD zu unterscheiden. Beide besitzen einen Durchmesser von 120 mm, sind ca. 1,2 mm dick und der Hauptbestandteil ist Polycarbonat. Darauf aufgebracht ist die Reflexionsschicht, die mit einem rund 200 Mikrometer dicken Acryllack geschützt wird. Die DVD gibt es prinzipiell in vier verschiedenen Ausprägungen. Je nachdem, wie viel Schichten mit Daten belegt sind, stehen entweder 4,7 GByte (DVD 5), 8,5 GByte (DVD 9), 9,4 GByte (DVD 10), 13,2 GByte (DVD 14) bzw. 17 GByte (DVD 18) Kapazität zur Verfügung. Die einfachste Variante DVD 5 (single-sided, single layer) nutzt nur die Hälfte der möglichen Kapazität. Da aus Gründen der Lesbarkeit durch die verbesserte Laseroptik die Schutzschicht der DVD auf die Hälfte (0,06 mm) reduziert werden musste, ergaben sich dadurch mechanische Schwierigkeiten. Dem Flattermann wurde kurzerhand eine zweite 'leere' Schicht spendiert - die quasi aufgeklebt ist. Bei DVD 5 dient die zweite Scheibe lediglich der verbesserten Stabilität, sie kann aber in anderen Formaten ebenfalls mit Daten belegt werden. Bei Auslesen dieser teildurchlässigen Reflexionsebene können 8,5 GByte Speicherkapazität (DVD 9, single-sided, double layer) genutzt werden - etwas weniger als die doppelte Menge. Hier erfolgt das Auslesen der zweiten Schicht von außen nach innen - während die erste Schicht grundsätzlich, wie von CD gewohnt, von innen nach außen abgearbeitet wird. Die DVD 10 (double-sided, single layer) hat genau die doppelte Kapazität der DVD 5 (2x4,7 GByte = 9,4 GByte).

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