8-GByte-Barriere
Eine Einschränkung wird Ihnen bei der
Installation von Betriebssystemen
immer wieder begegnen: Die 8-GByte-Barriere. Vor langer Zeit war das BIOS
des
PC so ausgelegt, dass es Festplatten nur bis zu einer Größe von 8 GByte
ansprechen konnte. Das
Dateisystem (FAT,
NTFS oder was auch immer) spielt
dabei keine Rolle. Diese Grenze ist natürlich schon lange durchbrochen,
moderne
PCs haben damit kein Problem. Dazu haben die Entwickler das BIOS
ergänzt und die erweiterten Int13h-Funktionen (Extended Int 13h)
hinzugefügt. Mit diesen neuen Kommandos kann ein Programm alle heutzutage
verfügbaren IDE-Festplatten bis 127 GByte Größe ansprechen.
Die 8-GByte-Barriere spielt für Festplatten am SCSI-Bus keine Rolle.
SCSI-Controller haben ein eigenes BIOS, das schon seit langer Zeit mit
großen Festplatten umgehen kann.
Das gilt natürlich nur, wenn das
Betriebssystem oder sein Bootlader diese
erweiterten Int13h-Funktionen auch benutzen. Wenn Sie MS-DOS 6.0 auf einem
modernen PC installieren, so "sieht" es nur die ersten acht GByte der
Festplatte. Leider gilt diese Einschränkung auch für die modernsten
Microsoft-Betriebssysteme: Selbst
Windows XP ist nicht in der Lage, von
einer
Partition hinter der 8-GByte-Barriere zu starten.
Konkret bedeutet das: Wenn Sie vier Varianten von Windows auf einem PC
installieren wollen, dann dürfen die vier primären Partitionen zusammen
nicht größer als 8 GByte sein. Wenn Windows ab Version 95 erst einmal
geladen ist, dann kann es sehr wohl auf Daten hinter dieser Grenze
zugreifen. Deshalb ist es auch kein Problem, wenn auf einer Festplatte nur
eine große FAT32-Partition mit 30 oder mehr GByte vorhanden ist.
Auch
Linux war ursprünglich von der Grenzziehung betroffen. Mittlerweile hat
es aber dazugelernt.
Suse Linux ist beispielsweise seit der Version 7.0 in
der Lage, auch aus Partitionen jenseits der 8-GByte-Grenze zu starten. Das
macht wertvollen Platz für die Microsoft-Systeme frei.
Übrigens zeichnet sich die nächste Hürde bereits am Horizont ab: Die
Kombination aus BIOS, IDE-Hardware und Betriebssystem kann nur Festplatten
bis 127 GByte ansprechen. Für größere Platten ist eine Erweiterung der
Schnittstelle zwischen Controller und Festplatte fällig. Mehr über dieses
Problem und die Lösung lesen Sie weiter hinten im Beitrag.